Presseartikel


Mitteldeutsche Zeitung, Ausgabe Merseburg-Querfurt, erschienen am 28.10.2008

Land gibt eine Million Euro für den Bau von Kanälen - Agrarministerin Petra Wernicke übergibt finanzielle Hilfe an zwei Abwasserzweckverbände

VON CLAUDIA PETASCH

WEISSENSCHIRMBACH/MZ. "Das Wetter heute hätte besser sein können, aber das stört uns Landwirte nicht", sagt Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke (CDU) Montag in Weißenschirmbach. Im strömenden Regen übergibt sie zwei Zuwendungsbescheide an die Abwasserzweckverbände (AZV) Nebra und Laucha-Bad Bibra in Höhe von rund einer Million Euro. Unterstützt werden damit die Baumaßnahmen für die zentrale Abwasserversorgung in Weißenschirmbach mit einer Verbindung zum Ort Pretitz sowie der Bau eines Mischwasserkanals in der Breiten Straße in Nebra. Entstehen sollen Kanäle für Schmutz- und Regenwasser sowie ein Verbindungssammler.

Im Zuge der Baumaßnahmen werden die Haushalte auch an die Kläranlage Karsdorf angeschlossen. "Wir setzen alles daran, die Arbeiten auf der 1,7 Kilometer langen Strecke nach Pretitz fristgerecht zu schaffen", sagt Diplom-Ingenieur Klaus Frenzel von der bauausführenden Firma.

Die Melorations-, Straßen- und Tiefbau GmbH aus Laucha habe schon die Hälfte des Verbindungssammlers geschafft. Geschäftsführer Frenzel ist zuversichtlich, dass die Arbeiten wie geplant bis Dezember fertig gestellt sind.

Die finanzielle Unterstützung aller Zweckverbände im Land hat sich die Regierung von Sachsen-Anhalt auf die Fahne geschrieben. So seien bisher über 350 Millionen Euro in die Teilentschuldung und Sanierungshilfen gesteckt worden, 17,5 Millionen erhielten die AZVs Nebra und Laucha-Bad Bibra. "Die Struktur der Verbände muss verbessert werden, sie müssen wirtschaftlich arbeiten", so die Ministerin. Erste Erfolge sehe sie bereits und hofft auf weitere nach der Fusion der Verbände im Januar 2009.

Dass ein Zusammengehen beider AVZ der richtige Weg ist, davon ist Petra Wernicke überzeugt. "Die demografische Entwicklung erfordert es besonders in ländlichen Gegenden, neue Wege zu gehen. Entscheidungen müssen zukunftsfähig sein", sagt die Ministerin. Daher unterstützt das Land solche Bemühungen auch mit Fördermitteln für Bauprojekte. Insgesamt sind in die Region bereits 21 Millionen Euro geflossen.

Auf heftige Kritik stoßen die Investitionen bei dem Kreisverband Saalekreis des Bündnis 90 / Die Grünen. "Die Baumaßnahmen sind in unseren Augen nicht wirtschaftlich. Wir fordern, dass zukünftig das Geld effizient eingesetzt wird", sagt Kreisvorsitzender Andreas Löhne gegenüber der MZ. Er übergibt der Ministerin einen offenen Brief, in dem die Ansichten der Partei und des Vereins der Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentümer Nebra noch einmal detailliert festgehalten sind. Die Fördermittel fallen niedriger aus als gehofft und die Baukosten seien höher als zunächst veranschlagt, bringt Löhne einen Kritikpunkt an. Er hofft, dass die Landesregierung die Denkanstöße aufgreift, ein Gespräch zwischen beiden Seiten ist für Ende November angesetzt.