Artikel vom 14.06.2010




Auf der jüngsten Verbandsversammlung des Trinkwasserzweckverbandes Saale-Unstrut wurde bekannt, dass es in des Abrechnung des Betriebsführungsentgelds der Saale-Unstrut Trinkwasser GmbH an den privaten Wasserversorger Eurawasser Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll. Der ehrenamtliche Verbandsgeschäftsführer des Zweckverbands, Wolfgang Müller, vermutet dass sechs- bis siebenstelligen Beträge von der Trinkwasser GmbH zu viel an den privaten Wasserversorger Eurawasser bezahlt wurden. Eine überhöhte Zahlung der Trinkwasser GmbH an Eurawasser wirkt sich direkt auf die Wasserpreise in der Region aus. Diese gehören ohnehin zu den höchsten in Sachsen-Anhalt.

Andreas Löhne vom Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentümerverein (HWG) Nebra verlangt lückenlose Aufklärung: "Wir fordern sowohl die Trinkwasser GmbH als auch Eurawasser auf, zu den Vorwürfen öffentlich Stellung zu nehmen. Ein Rechenfehler dieser Größenordnung wäre skandalös und muss unbedingt aufgearbeitet werden - nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich. Darüber hinaus fordern wir, sämtliche Kalkulationen und Verträge mit dem Trinkwasserzweckverband offen zu legen, damit geprüft werden kann, ob die Wasserpreise in der Region, die zu den höchsten in Sachsen-Anhalt gehören, gerechtfertigt sind. Aufgrund der Geheimhaltung von Unterlagen im Falle von privaten Versorgern, können Bürgerinitiativen nur in wenigen Ausnahmefällen überhöhte Preise aufdecken. Deshalb ist nun auch die Landespolitik gefordert. Wie jüngst in Hessen geschehen, sollte auch in Sachsen-Anhalt die Landeskartellbehörde endlich aktiv werden und gegen überhöhte Wasserpreise vorgehen."

Pressemitteilung des HWG Nebra