Bad Bibra / Nebra. Der HWG Bad Bibra und HWG Nebra haben am 14. Juli 2007 gemeinsam eine Exkursion in die Gemeinde Avendshausen bei Einbeck (Niedersachsen) organisiert, um sich über Klein- und Gruppenkläranlagenlösungen zu informieren. Elf Bürger aus Bucha, sieben aus Altenroda, zwei aus Nebra, zwei aus Saubach, einer aus Bad Bibra sowie ein Vertreter des Trinkwasserverbands waren angereist. Alle Teilnehmer waren pünktlich vor Ort und wurden von Herrn Hahn in Avenshausen empfangen. Herr Hahn gab einen geschichtlichen Abriss über die Entstehung und den Bau der Kläranlagen nach Bauanleitung System Prof. Löffler von der TU Dresden. Danach haben wir gemeinsam alle Anlagen besichtigt und konnten uns über die optische Anpassung an die Natur sowie deren Arbeitsweise überzeugen.Avendshausen und die umliegenden Orte wollte man ursprünglich über kilometerlange Leitungen an die zentrale Kläranlage in Einbeck anschließen. Auch dort wollte man den Kanalisationswahnsinn auf Kosten der Bürger um jeden Preis durchsetzen. Mit der Gründung einer Bürgerbewegung (Abwasser-Arbeitskreis) und mit viel Kraftanstrengung ist es aber gelungen, die dezentrale Variante zu realisieren. Die zentrale Variante sollte 6.650 € pro Einwohner kosten und eine Ortskläranlage hätte immer noch 3.625 € pro Einwohner gekostet. Die von den Bürgern gebaute Lösung kostete aber nur 808 € pro Einwohner. Zudem sind die Betriebskosten der realisierten Anlage extrem niedrig und liegen bei unglaublichen 70 Cent pro Kubikmeter.
Wir konnten uns überzeugen, dass nicht nur ein sehr kostengünstiges und langlebiges System (länger als 30 Jahre) realisiert wurde, sondern gleichzeitig sehr hohe Umweltstandards eingehalten werden. Mit einer Trinkprobe des geklärten Abwassers konnte sich zum Beispiel auch Herr Schlosser aus Saubach davon überzeugen, dass Pflanzenkläranlagen in unserer Region die ideale Lösung zur Abwasserbeseitigung sind. Der gesamte Ort ist ein grüne Oase mit herrlichen Biotopen als Nebeneffekt.
Solche Varianten wurden uns vom geschäftführenden Büro des AZV bewusst vorenthalten, um die Interessen der Abwasserlobbyisten auf Kosten der Bürger durchzusetzen. Immerhin ist das Avenshausener System seit Mitte der 90er Jahre bekannt.
Da weitere Exkursionen geplant sind, möchten wir interessierte Bürger aus dem Einzugsbereich des AZV Nebra oder AZV Laucha/Bad Bibra einladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Ansprechpartner sind Herr Schulz, Tel. 034465/88063 und Herr Müller, Tel. 034465/20896.